Am Donnerstag, 1. Dezember 2011, strahlt die ARD eine Beckmann-Sendung aus mit dem Thema: Kinderhospize – Orte zum Leben, aus. Im Vorfeld der Sendung hatte die Redaktion mit dem Bundesverband Kinderhospiz e.V. Kontakt aufgenommen und Hintergrundfakten erfragt. Deutlich wurden dabei auch die Forderungen des Bundesverband Kinderhospiz e.V. an die Politik und Krankenkassen unterstrichen.

Die Gäste:
Ute Nerge (Gründerin des Hamburger Kinderhospizes "Sternenbrücke") 2003 gründet Ute Nerge - trotz vieler bürokratischer Hürden - eines der ersten Kinderhospize Deutschlands. Die Hamburger "Sternenbrücke" ermöglicht schwerkranken Kindern liebevolle Betreuung und bietet deren Eltern wichtige Entlastung zum Schöpfen neuer Kraft. Ute Nerge kennt als ausgebildete Kinderkrankenschwester aus eigener Erfahrung die Situation in deutschen Kliniken. Was ihr besonders am Herzen liegt: Die "Sternenbrücke" soll ein Ort sein, an dem neben der Pflege und Sterbebegleitung auch das Leben einen gleichberechtigten Platz hat.

Angela Brandt-Migge und Tobias Migge (Eltern von Justian, der im Alter von 11 Jahren an einer unheilbaren Krankheit verstarb) Als das Ehepaar Migge 2004 auf die "Sternenbrücke" aufmerksam wird, ist ihr schwerbehinderter Sohn Justian vier Jahre alt. Keine Diagnose, keine Therapie - eine Odyssee von Arzt zu Arzt ergibt lediglich: Justians Lebenserwartung ist stark begrenzt. Im Kinderhospiz finden Justians Eltern und seine Brüder Kilian und Darian sowohl seelischen Beistand als auch tatkräftige Unterstützung in der Pflege. Am 9. April 2011 verstarb Justian friedlich im Kreis seiner Angehörigen.

Isabel Varell (Sängerin und Schauspielerin, die drei Jahre als Sterbegleiterin arbeitete) Ohne ehrenamtliche Hilfe ist die Hospizarbeit undenkbar. Um ihre eigene Trauer nach dem Tod ihrer Mutter zu bewältigen, absolviert Isabel Varell eine Ausbildung zur Sterbebegleiterin. Drei Jahre engagiert sich die Schauspielerin in einem Hospiz.

Ulla Schmidt (frühere Bundesgesundheitsministerin, SPD) Deutschlands Hospize sind stark von privaten Spendengeldern abhängig. Die frühere Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt fordert: Die Krankenkassen müssten mehr Engagement zeigen bei der Sicherstellung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung für Kinder und sich um faire Verträge bemühen.