Dramatische Situation: HIV-positive Kinder sind noch immer im Nachteil

hospizkreis

Seit 1988 wird jährlich am 1. Dezember der WELT-AIDS-TAG begangen. Auch in diesem Jahr ruft die ICPCN, die weltweite Organisation der Kinderhospizarbeit dazu auf, Solidarität mit Infizierten und Kranken, vor allem mit den Kindern zu zeigen. Die Immunschwäche bedroht vor allem Kinder und Jugendliche. Grund genug für die ICPCN, weltweit alle Regierungen und Hilfsorganisationen aufzufordern, jede nur erdenkliche Aufmerksamkeit HIV-infizierten Kindern zu widmen. So bemängelt Leila Pakkala, Direktorin des UNICEF-Büros in Genf, dass nicht einmal ein Drittel aller HIV-infizierten Kinder die Behandlung bekommen, die sie so dringend benötigen. Dagegen erhalten  64 Prozent der erwachsenen Patienten die notwendige medizinische Hilfe. Die politische Einflussnahme und Hilfe für HIV-Kinder, so Leila Pakkala, ist erschreckend gering. So starben im Jahr 2011 rund 330.000 Kinder an Aids. Bis heute haben 17,3 Millionen Kinder ihre Mutter, ihren Vater oder beide Elternteile verloren.

Mehr als 90 Prozent der weltweit infizierten Kinder leben in Afrika, südlich der Sahara. Hier wird Hilfe am dringendsten benötigt und zugleich besteht ein enormer Bedarf an Palliativversorgung für Tausende von Kindern. Eine aktuelle Studie der ICPCN und UNICEF zitiert hier Zahlen von 360.000 Kindern in Südafrika, 141.000 Kinder in Kenia und 171.000 Kinder in Simbabwe.

So fordert die ICPCN dringend Schulungen für Krankenschwestern, Ärzte, Psychologen, und Gesundheitsdienstleister, die HIV-infizierte Kinder behandeln. Ebenso müssen dringend Gelder und Ressourcen für Krankenhäuser und Kliniken bereit stehen, in denen Kinder mit AIDS behandelt werden. Kinder, so die ICPCN, dürfen nicht qualvoll sterben, nur weil sie keine Lobby haben und sich niemand für sie einsetzt. Es darf nicht sein, dass Kindern der Zugang zur Palliativversorgung verweigert wird. ICPCN erinnert an die Rechte der Kinder, in der die Gesundheitsversorgung festgeschrieben ist. Jeder Staat hat die Pflicht diesen Kindern zu helfen, so die ICPCN.

Der Bundesverband Kinderhospiz e.V. ist Gründungsmitglied der internationalen Organisation für pädiatrische Palliativversorgung , des ICPCN mit Sitz in Südafrika. Dessen Mission ist es, weltweit für Kinder-Palliativversorgung zu sensibilisieren und den Austausch von Informationen und Wissen zu fördern. An der Spitze der Organisation steht Joan Marsten. Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands ist Vice Chair und Ansprechpartnerin für West-Europa.