180504 Botschafter Boecking

Daniel Böcking, stellvertretende Chefredakteur von BILD.de, wird Botschafter des Bundesverband Kinderhospiz

Daniel Böcking ist aufgeregt. Eigentlich hat der Journalist, im beruflichen Leben Stellvertreter des Chefredakteurs von BILD, ja schon alles gesehen, Geschichten aus Krisengebieten, ĂŒber Not, Flucht, Verzweiflung, seltener auch mal ĂŒber Happy Ends geschrieben. Heute allerdings trifft er mit seiner sechsjĂ€hrigen Tochter Elsa auf Einladung des Bundesverbands Kinderhospiz ein fĂŒnfjĂ€hriges MĂ€dchen. Vor diesem Treffen hat er Respekt. Mila hat eine besondere Geschichte. Sie leidet an spinaler Muskelatrophie und sitzt im Rollstuhl. Die unheilbare Krankheit schwĂ€cht ihre Muskeln immer mehr. Keiner kann sagen, wie lange Mila noch leben wird.

„Ängste und Hemmungen, wie man mit Menschen umgehen soll, die ein lebensverkĂŒrzend erkranktes Kind haben, sind ganz normal“, weiß Sabine Kraft. Die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Bundesverbands Kinderhospiz ist unendlich dankbar, dass sich Daniel Böcking so offen und neugierig auf die Begegnung einlĂ€sst. Als Botschafter möchte er sich kĂŒnftig mit seinem privaten Engagement fĂŒr die Kinderhospizarbeit stark machen, fĂŒr Familien wie die von der kleinen Mila.

Der Tag in Berlin wird ein Bilderbuchbeispiel fĂŒr Kinderhospizarbeit. Kein bisschen traurig, sondern fröhlich und vergnĂŒgt freunden sich die beiden MĂ€dchen an, genießen eine SonderfĂŒhrung im Sea Life Center, danach Spaghetti und Eis und entdecken viele Gemeinsamkeiten wie Vorlieben fĂŒr Disney-Filme und plĂŒschige Einhörner. „Unser Leben ist gut so, wie es ist“, sagt Milas Mutter Jordis. Sie sagt es nicht tapfer, sie meint es auch so. „Jeder Moment zĂ€hlt!“

„Genau darum geht es in der Kinderhospizarbeit“, sagt Sabine Kraft. „NatĂŒrlich sind Kinderhospizeinrichtungen auch da, wenn ein Kind sterben muss. Einen weit wichtigeren und grĂ¶ĂŸeren Anteil macht aber die Betreuung der Familien aus, um ihnen so viel wertvolle Zeit wie möglich zu verschaffen!“ Kraft berichtet dem frisch gebackenen Botschafter, dass Kinderhospizeinrichtungen damit zu kĂ€mpfen haben, mit Hospizen fĂŒr erwachsene Patienten gleich gesetzt zu werden. „Nicht nur politisch und rechtlich, vor allem in den Köpfen der Menschen wird Hospiz meist mit Sterben gleichgesetzt.“ In Kinderhospizen allerdings können Familien jahrelang immer wieder gemeinsam eine Auszeit nehmen vom anstrengenden Alltag, der von der Krankheit des betroffenen Kindes meist völlig bestimmt wird.

Mila und ihre Mutter jedenfalls wirken nicht wie Menschen, die jeden Tag auf das Ende warten. Gemeinsam mit Daniel Böcking, Elsa und Sabine Kraft tun sie an diesem sonnigen Tag in Berlin das, was man am besten mit jeden Tag tun sollte: sie genießen ihn!

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