181203 Tag der Menschen mit Behinderung

Portrait zum Tag der Menschen mit Behinderung: Nicole Gerner setzt sich als Mitarbeiterin des Bundesverbands Kinderhospiz für sterbenskranke Kinder ein

Wenn Nicole Gerner zur Arbeit geht, ist ihr Weg zum Büro ca fünf Meter lang und führt durch den Flur an der Küche vorbei ins Arbeitszimmer. Die 40-Jährige arbeitet von Zuhause aus – für sie ein wichtiges Kriterium, denn Nicole Gerner sitzt im Rollstuhl. Als sie verfrüht geboren wurde, erlitt sie einen Mangel an Sauerstoff – ein paar Momente, die ihr ganzes Leben geprägt haben. Oft muss sie sich ärgern, wenn sie an Türschwellen oder Bordsteinkanten scheitert, wenn es mal wieder umständlich ist, in öffentlichen Verkehrsmittels befördert zu werden oder sie mitleidige Blicke von Passanten erntet. Oft muss sie Schmerzen aushalten, wenn ihr Körper gegen das ständige Sitzen rebelliert. Und doch sagt sie mit Überzeugung: „Ich habe so ein Glück!“ Denn trotz all der Einschränkungen – „es gibt so viele Menschen, denen es viel schlechter geht als mir.“ Deshalb hat sich für Nicole Gerner vor rund einem Jahr auch ein Traum erfüllt, als ihr eine Anstellung beim Bundesverband Kinderhospiz angeboten wurde. Indem sie für den Dachverband der deutschen Kinderhospize arbeitet, kann sie ganz direkt dazu beitragen, lebensverkürzend erkrankten Kindern und ihren Familien zu helfen. „Ich kann mich gut in die Lage der Familien hineinversetzen“, sagt sie, „und bin froh, mit meiner Arbeit dazu beizutragen, auf die schwierige Situation dieser Menschen aufmerksam zu machen“.
Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz, freut sich über die hochmotivierte Mitarbeiterin. Regelmäßig coacht sie Nicole Gerner und führt sie in die noch ziemlich unbekannte Arbeitswelt ein. Persönlich sehen sich die beiden regelmäßig zu Beratungsgesprächen – denn Nicole Gerner ist Berufsanfängerin und braucht individuelle Betreuung. „Ich bin sehr beeindruckt, wie engagiert sich Frau Gerner in das Thema eingearbeitet hat“, sagt Sabine Kraft, „besonders schön ist es zu erleben, wie sie bei Veranstaltungen mit Betroffenen zum Beispiel Kindern im Rollstuhl buchstäblich auf Augenhöhe begegnet.“ Für den Bundesverband, der sich mit seiner Arbeit auch für eine bessere Integration schwerstmehrfach behinderter Kinder einsetzt ist es selbstverständlich, diese Werte innerhalb des eigenen Teams zu leben. Alle zwei Monate fährt Nicole Gerner – mittlerweile mit dem eigenen Auto, das eigens für sie umgebaut wurde – in den Schwarzwald und trifft in der Geschäftsstelle des Bundesverbands ihre Kollegen. „Es ist schön, sich als Teil eines Ganzen zu wissen und sich gemeinsam für eine so gute Sache stark zu machen!“, sagt sie.

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