171201 WeltAidstag

Welt-AIDS-Tag: Bundesverband Kinderhospiz weist auf  Mängel in der Palliativversorgung hin

Seit 1988 wird am 1. Dezember weltweit an alle HIV-infizierten und an AIDS erkrankten Menschen gedacht. Der Welt-AIDS Tag ruft zu Solidarität auf und erinnert gleichzeitig auch daran, dass die Versorgung von HIV und AIDS noch immer nicht flächendeckend ist. Trotz des Ziels der UN bis 2030 die gesundheitliche Versorgung für alle Menschen gleichermaßen gut zu organisieren und anzubieten (Sustainable Development Goal 3) fehlt bis heute die Erwähnung, dass hierzu auch eine entsprechende Palliativversorgung gehört.

Besonders infizierte und erkrankte Kinder leiden oft an Ausgrenzung und Abwertung. Die Rate der neu infizierten Kinder mit HIV ist in den letzten Jahren immer weiter gesunken. Die United Nations gehen davon aus, dass die Rate bei Kindern unter 15 Jahren weltweit auf 0,08 von 1000 Kindern gefallen ist. In vielen Ländern hat vor allem die Reduzierung der Übertragung von der Mutter auf das Kind zu dieser Verbesserung beigetragen, dennoch haben Kinder nach wie vor viele Hindernisse beim Zugang zu Tests, Behandlung, Unterstützung sowie der Palliativversorgung. Weltweit gibt es sehr große regionale Schwankungen, doch für zu viele Kinder  bedeutet die HIV-Infektion immer noch das Todesurteil.

Sabine Kraft, Vorsitzende des Internationalen Netzwerks für Kinderpalliativ-versorgung ICPCN und Geschäftsführerin des Bundesverband Kinderhospiz e.V. erinnert deshalb daran, dass es speziell in der Palliativversorgung von HIV-infizierten Kindern noch massiven Verbesserungsbedarf gibt. „Während infizierte Kinder in Deutschland und anderen westlichen Ländern heutzutage so gut wie keine unterschiedliche Lebenserwartung im Vergleich zu  Nicht-Infizierten haben, bedeutet die Infizierung in Afrika nicht nur einen deutlich verkürzte Lebenszeit, sondern auch, dass viele Kindern keine Palliativversorgung bekommen. Auch diese Kinder haben ein Anrecht auf eine bestmögliche Versorgung bis zum Lebensende. Soziale Benachteiligung und Armut dürfen in unserer Gesellschaft keine Hinderungsfaktoren für eine Palliativversorgung mehr sein.“

Dieser Forderung schließt sich auch das Internationale Netzwerk für Kinderpalliativversorgung an. Das ICNCP setzt sich für die weltweit etwa 20 Millionen Kinder ein, die so schwer und unheilbar krank sind, dass sie vor dem Erwachsenenalter sterben werden. Sie bemühen sich um die bestmögliche medizinisch-pflegerische, spirituelle und psycho-soziale Versorgung. Dem ICPCN gehören über 1700 Einzelpersonen und mehr als 350 Organisationen aus der Kinderpalliativversorgung und Kinderhospizarbeit aus 124 Ländern an. Sabine Kraft steht der Organisation seit 2016 für eine Amtszeit von zwei Jahren vor. Anlässlich des Welt-AIDS Tages fordert sie: „Auf politischer Ebene sollte diesem Thema endlich mehr Beachtung geschenkt werden. Zu einer guten Gesundheitsversorgung gehört auch eine entsprechende Palliativbetreuung von Kindern. In vielen Ländern fehlt es noch immer an Schutz und Unterstützung der Kinder und Familien. Die Kinder versterben oft unter Qualen, die eine Palliativversorgung erheblich verbessern könnte. Dies ist eins der ungesehenen Dramen unserer Welt.“

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